Ethik

Humanisten wollen eine vernunftbasierte moderne Ethik, fair, immer bereit für Verbesserungen, die allen dient, nicht nur den Herrschenden und der Priesterschaft.

Was wir heute für das Fundament unserer Gesellschaft halten, ist in der Bibel unbekannt: Die Gleichberechtigung aller Menschen. Humanisten achten alle Menschen, weil sie Menschen sind.

Ein wesentliches Element humanistischer Haltung bilden die Diskursregeln. Habermas fordert für die Geltung von Argumenten idealerweise Verständlichkeit, Wahrheit, Richtigkeit und Wahrhaftigkeit. Hierzu formuliert er in Anlehnung an Robert Alexy beispielhaft konkrete Diskursregeln, die für den Universalisierungsgrundsatz „U“ konstitutive Verfahrensregeln sind.

Logisch-semantische Regeln ohne ethischen Gehalt:

  1. Kein Sprecher darf sich widersprechen.
  2. Jeder Sprecher, der ein Prädikat F auf einen Gegenstand a anwendet, muss bereit sein, F auf jeden anderen Gegenstand, der a in allen relevanten Hinsichten gleicht, anzuwenden.
  3. Verschiedene Sprecher dürfen den gleichen Ausdruck nicht mit verschiedenen Bedeutungen benutzen.

Dialektische Regeln mit ethischem Gehalt, die eine reziproke Anerkennung voraussetzen:

  1. Jeder Sprecher darf nur das behaupten, was er selbst glaubt.
  2. Wer eine Aussage oder Norm, die nicht Gegenstand der Diskussion ist, angreift, muss hierfür einen Grund angeben.

Rhetorische Regeln zu Sicherung einer gewaltfreien und chancengleichen Teilnahme am Diskurs:

  1. Jedes sprach- und handlungsfähige Subjekt darf an Diskursen teilnehmen.
  2. (a) Jeder darf jede Behauptung problematisieren.
    (b) Jeder darf jede Behauptung in den Diskurs einführen.
    (c) Jeder darf seine Einstellungen, Bedürfnisse und Wünsche äußern.
  3. Kein Sprecher darf durch innerhalb oder außerhalb des Diskurses herrschenden Zwang daran gehindert werden, seine in 3.1 und 3.2 festgelegten Rechte wahrzunehmen.

Freidenken

Österreich liegt an 10. Stelle der atheistischen Länder der Welt (Quelle: Religiosity Study 2012, Gallup International). Es ist der Knute der geistigen Repression im Zuge der Gegenreformation entronnen und genießt die Freiheit des Denkens.

Die konsequente Weiterentwicklung des Humanismus in Österreich ist die vernünftigste Strategie zur Überwindung der katholischen Beeinflussung dieses Landes.

Selbstbestimmtes Leben

Kern des Humanismus ist die Selbstbestimmung des Menschen, im Gegensatz zur Bestimmung durch höhere Mächte.

Der Sinn unseres Lebens ist nicht vorgegeben und muss nicht von uns aus heiligen Büchern erfahren werden. Der Sinn unseres Lebens ist der, den wir selbst unserem Leben geben.