UNESCO Philosophietag in St. Johann mit Engelmayer und Gunkl

Nach etlichen coronabedingten Absagen und Verschiebungen hat nun endlich der UNESCO Philosophietag in St. Johann stattgefunden und war ein voller Erfolg. Angekündigt war als bekannter Künstler Joesi Prokopetz, der kurzfristig wegen Terminschwierigkeiten absagen musste. Glücklicherweise hatte an dem Tag Günther „Gunkl“ Paal ein kleines Fenster in seinem Terminkalender und sagte mir zu, mitzumachen, obwohl er am gleichen Tag wieder zurück nach Wien fahren musste.

Auf der Fahrt von Wien nach St. Johann gab Gunkl eine 3 stündige Stegreif-Probe seines Könnens als Improvisationskünstler, Kabarettist und Edel-Debattierer ab, die einem auf der Zunge zerging. Man genießt seine kreativen Tiraden, en masse gespickt mit Wortneuschöpfungen, auch deshalb, weil sie nicht ungeprüft in Ultra-Speed wie aus einer Häckselmaschine ausgeworfen werden, sondern mit Bedacht und vorsichtig jedes Wort abschmeckend – gut zum Mitdenken aufbereitet – serviert werden, dass die Freude an einem gelungenen Gedankenzug möglichst ausgereift ankommt.

Gemeinsam mit ihm und unter der fachkundigen Ägide des äußerst kundigen Moderators Lucas Portenkirchner haben wir dann die Vorteile des humanistischen Denkens, oder – wie ich oft sage – des „geerdeten“ Denkens, am Abend versucht darzustellen. Das ist jenes Denken, das dem Individuum, den wohl besten Freiraum garantiert, damit er sich seinen Anlagen gemäß selbstbestimmt optimal entwickeln kann und zu einem gelungenen Leben kommen kann. Es ist gekoppelt mit dem Anspruch, ein ethisches Verhalten an den Tag zu legen und Empathie zu entwickeln. Vor allem aber, um aus den diversen Sackgassen herauszukommen, in denen wir derzeit als Gesellschaft stecken.

Das Publikum war äußerst freundlich und konstruktiv kritisch. Ein sehr angenehmer Abend. Wir streben an, mehr solche Veranstaltungen im ganzen Land zu initiieren. Die Menschen sind viel weiter im Denken, als sich manche lokalen Größen und Politiker im Bund vorstellen können.

Gerhard Engelmayer

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