Schwedens Humanisten als säkulare Religionsgemeinschaft anerkannt

Seit vielen Jahren setzen sich die Humanisten Schweden (Humaisterna) dafür ein, dass der schwedische Staat lebensstilneutral ist, dass religiöse und nicht-religiöse Lebensstile gleichbehandelt werden sollen. Deshalb ist es sehr erfreulich, dass der Verwaltungsgerichtshof nun unsere Berufung angenommen und entschieden hat, dass die Humanisten Schweden als Lebensstil-Organisation (auf Schwedisch “trossamfund”, was auf Schwedisch auch die Bedeutung von “glaubensbasierte Organisation” hat) registriert werden sollen.

Vor drei Jahren haben die Humanisten Schweden ihren ersten Antrag auf Registrierung als Organisation auf Lebenszeit an die Kammarkollegiet (Behörde für Rechts-, Finanz- und Verwaltungsdienste) geschickt, der wegen eines technischen Fehlers abgelehnt wurde. Nach der Entscheidung, sich auf dem Kongress der Humanisten Schweden im Jahr 2022 erneut zu bewerben, wurde ein neuer Antrag gestellt. Als auch dieser Antrag aufgrund unserer fehlenden religiösen Überzeugung abgelehnt wurde, legten die Humanisten Schweden beim Verwaltungsgericht Berufung ein. Am 18. Januar, nach einem Jahr des Wartens, kam das Urteil, das bestätigt, dass wir in der Sache Recht haben.

Die Registrierung als “trossamfund” bedeutet nicht, dass sich die Aktivitäten der Humanisten Schweden ändern werden. Es ist eine Organisationsform, die einem gemeinnützigen Verein fast gleichkommt, aber sie gibt uns die Möglichkeit, unsere Organisation und unseren Einfluss in der Gesellschaft in Zukunft zu stärken.

Erstens wollen wir, dass der Staat uns gleichbehandelt und unsere Lebensform anerkennt. Das eröffnet zum Beispiel die Teilnahme an verschiedenen Kontexten, in denen sich Glaubensgemeinschaften heute treffen. Das können kommunale Kooperationsforen sein oder Gedenkfeiern im Zusammenhang mit Katastrophen. Wir sind überzeugt, dass Humanisten Schweden und die säkulare Perspektive in diesen Kontexten viel beizutragen haben.

Zweitens könnte “trossamfund” die Erlaubnis erhalten, Zelebranten für legale Eheschließungen zu ernennen. Das wäre ein großes Plus für unsere Zelebranten und würde den Heiratsprozess für Hochzeitspaare, die sich für eine humanistische Hochzeit entscheiden, vereinfachen.

Schließlich kann “trossamfund” in Schweden eine staatliche Finanzierung beantragen. Diese Mittel sind nicht sehr großzügig, aber sie würden unsere Arbeit finanziell stärken und könnten zum Beispiel helfen, humanistische Seelsorgedienste in Krankenhäusern zu finanzieren.

Diese Entscheidung bedeutet nicht, dass die Humanisten Schweden ihre Ansichten zu verschiedenen Themen oder ihr Selbstverständnis als Organisation ändern werden. Es geht darum, dass der Staat die Lebensformen gleichbehandelt. #

Diese Entscheidung zeigt, dass “trossamfund” in Schweden nicht auf dem Glauben (im religiösen Sinne) basieren muss, sondern wie Humanisten Schweden eine säkulare Organisation ohne Glauben an Gott sein kann. 

David Rönnegard, Präsident
Ulf Gustafsson, Sekretär der Vereinigung

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